Medienmitteilungen

14.3.2019 (Nachmittag)

Schutz vor Polizeigewalt: Reitschule installiert Schau-Hin!-Sirene

Am Mittwochabend stürmt die Kantonspolizei den Innenhof der Reitschule Bern. Sie nimmt dabei mehrere Personen fest. Kurz zuvor veröffentlicht Polizeikommandant Stefan Blättler einen offenen Brief an die Besucher*innen der Reitschule. Darin spricht Blättler von ‹Dialog›. Die Reitschule Bern verlangt von der Kantonspolizei endlich Taten statt Worte.

Im Gegensatz zur Rhetorik der Kantonpolizei macht die Reitschule nun Nägel mit Köpfen: Sie installierte die Schau-Hin!-Sirene. Bei plötzlichen, meist zivil erfolgenden Polizeieinsätzen, macht die Sirene die Besucher*innen auf die drohende Gefahr von Polizeiübergriffen aufmerksam. Sie dient damit der Förderung der Zivilcourage sowie der Deeskalation und soll dazu beitragen, Polizeieinsätze besser zu dokumentieren.

Die ergebnislosen Versuche, eine Ombudsstelle zu schaffen und das Ignorieren der städtischen Vorgabe, das Kontakttelefon bei Einsätzen vorgängig zu nutzen, bestätigen die Reitschule bezüglich der Schau-Hin!-Sirene. Auch das mehrfache Eindringen der Zivilpolizei in das Restaurant Sous le Pont trug zum Entscheid bei: Mitarbeitende sahen sich in der Vergangenheit plötzlich stämmigen Männern in Kapuzenpullis gegenüber, die durch die Küche rannten, herumschrien und Leute zu Boden drückten. Die Schau-Hin!-Sirene dient daher auch zum Schutz unserer Gäste und Mitarbeitenden.

Die Reitschule macht mit der Schau-Hin!-Sirene einen konkreten Schritt zur Verbesserung und der Entspannung der Situation. Stefan Blättlers blumigen Worte haben viel versprochen. Nun muss die Kantonspolizei nur noch Taten folgen lassen.

 

14.3.2019 (Vormittag)

Kantonspolizei nutzt Einsatz als PR-Massnahme

Die Kantonspolizei Bern führte gestern Mittwoch eine gezielte PR-Aktion durch, um sich nach der aktuellen Kritik wieder in ein besseres Licht zu rücken. Am Nachmittag verröffentlichte Kommandant Stefan Blättler einen ‹offenen Brief›, in dem er davon spricht ‹gemeinsam Wege finden› zu wollen.

Nur zwei Stunden später nahm die Polizei bei der Reitschule mehrere Menschen fest, wobei ein Beamter seinen Teleskopschlagstock einsetzte. Dieser Einsatz wurde von der Medienstelle der Kantonspolizei eng auf Twitter begleitet – ein Novum bei Einsätzen im Raum Schützenmatte.

Dieses Vorgehen ist kein Zufall. Offenbar plante die Kantonspolizei ihren Einsatz bei der Reitschule so, dass er zu den Veröffentlichungen ihrer Medienstelle passte. Sie versucht damit, sich der jüngst lauter gewordenen Kritik zu entziehen.

In den letzten 5 Wochen war die Kantonspolizei für 7 Vorfälle bei der Reitschule verantwortlich. In zwei Fällen wurden Mitarbeitende verhaftet, einmal wurde gedroht, eine Scheibe des Sous le Pont zu zerschlagen, einmal machten sich Polizisten mit einem Brecheisen an unserer Tür zu schaffen, bevor wir sie ihnen öffneten. Und zuletzt steuerten zwei Polizisten ein Fahrzeug direkt in eine Gruppe unbeteiligter Gäste.

Dass Blättler unter diesen Umständen behauptet, die Kantonspolizei suche den Dialog und wolle ‹gemeinsam Wege finden›, können wir nur als doppeltes Spiel bezeichnen. Die Kantonspolizei verhält sich bei der Reitschule sehr eskalativ und verweigert zumeist jegliche Kommunikation.
So erfolgte auch beim gestrigen Einsatz kein Anfruf auf das vertraglich vereinbarte Kontakttelefon. Offenbar informiert die Polizei lieber Unbeteiligte und Journalisten via Twitter, als tatsächlich mit uns zu kommunizieren.

Wir fordern die Polizei auf, sich für eine unabhängige Ombudsstelle einzusetzen, statt beschönigende PR-Texte zu verfassen, die im Widerspruch zu ihrem tatsächlichen Handeln stehen.

 

 

5.3.2019

Regierungsrat Müllers Schreibtischanalyse ist nicht viel Wert

Die Reitschule verurteilt die unkritische und reflexartige Abwehrreaktion höchster Regierungsvertreter. Um von den heiklen Fragen an die Polizei zu ihrer Fahrt in eine Menschenmenge am Wochenende loszukommen, startet Philippe Müller nun ein Ablenkungsmanöver. Wir möchten daran erinnern, dass der Polizeidirektor während des Vorfalls abwesend war und die Berichte verschiedener, von einander unabhängiger Augenzeug*innen schlicht ignoriert. Eine solche Analyse aus der Ferne ist auch von einem Regierungsrat nichts Wert.

Die Abklärungen zu möglichen Strafanzeigen wegen der polizeilichen Fahrt in eine Menschenmenge laufen. Nicht nur die Reitschule behält sich die Strafanzeige vor: Auch von Einzelpersonen und politischen Akteuren sind uns die gleichen Überlegungen bekannt. Eine Strafanzeige bedarf sorgsamer juristischer Abklärungen. Wir melden uns zu gegebenem Zeitpunkt.

Angesichts der Tatsache, dass die Polizei am Wochenende auf dem Trottoir in eine Menschenmenge fuhr, obwohl die Strasse nachweislich frei war, steht Philippe Müller mit seiner Ferndiagnose schief in der Landschaft. Wir fordern daher nach wie vor eine unabhängige Beschwerdeinstanz sowie eine Untersuchung des Einsatzes.

 

2.3.2019

Untenstehend finden Sie unsere Medienmitteilung zum Vorfall vom 02.03.19.

Ein Video dieser Situation finden Sie unter folgendem Link zum Download:
https://oc.immerda.ch/index.php/s/9WByogqKqaoMrNZ

Freundliche Grüsse
Mediengruppe Reitschule Bern

***

Polizeiauto fährt in Menschengruppe

Gestern Abend fuhren zwei Kantonspolizisten mit ihrem zivilen Dienstwagen in eine Menschengruppe bei der Reitschule Bern. Dies geht aus gestern veröffentlichtem Videomaterial sowie Zeugenaussagen hervor. Den Darstellungen der Kantonspolizei Bern widersprechen wir vehement.

Die beiden Polizisten befanden sich mit ihrem Fahrzeug auf der Neubrückstrasse und beobachteten, wie mehrere Personen ein Graffiti an einer Wand nahe der Brücke anbrachten. Als diese Personen sich auf das Trottoir zurückzogen, legten die Polizisten den Rückwärtsgang ein, setzen einige Meter zurück und lenkten ihren Wagen von der Strasse auf das Trottoir. Sie beschleunigten das Fahrzeug und fuhren gezielt in eine Gruppe von Menschen, die die Situation vom Trottoir aus beobachteten. Darunter befanden sich auch viele Unbeteiligte. Viele dieser Personen mussten sich mit einem Sprung zur Seite retten, um nicht vom Auto erfasst zu werden. Mehrere Personen wurden bei dem Vorfall verletzt. Eine Person wurde zwischen Polizeifahrzeug und Mauer eingeklemmt und wurde am Knie verletzt.

Die Reitschule Bern sammelt Bild- und Videomaterial sowie Augenzeugenberichte, die den Tathergang genauer dokumentieren. Wir bitten alle Zeug*innen und Verletzten des Vorfalls, mit uns via medien@reitschule.ch Kontakt aufzunehmen. Verschlüsselte E-Mails nehmen wir gerne auf mediengruppe_reitschule@immerda.ch entgegen.

Die Reitschule erwägt zudem, Strafanzeige einzureichen.

 

8.2.2019

Mitteilung der Reitschule zu den Anschuldigungen des Berner Regierungsrates.

In einer Medienmitteilung veröffentlichte die FDP Kanton Bern heute den Vorwurf des Bernischen Regierungsrates, Regierungsstatthalter Christoph Lerch sei von Personen aus dem Umfeld der Reitschule bedroht worden. Diesen Behauptungen widersprechen wir vehement.

Weder vom Regierungsstatthalteramt, noch von anderer Stelle wurden solche Vorwürfe an uns herangetragen. Wir sind daher erstaunt, dass nun derartige, ungenannte Drohungen der Reitschule zugeschrieben werden.

Dass ein solcher Vorwurf gerade zum jetztigen Zeitpunkt kommt, erstaunt uns hingegen nicht. Wir sind uns gewohnt, dass vor Abstimmungen und in Wahljahren Politik mit der Reitschule gemacht wird. Auch dass die kantonale FDP sich gerne in Belange der Stadt Bern einmischt, ist nicht neu.

Wir fordern den Regierungsrat auf, konkret darzulegen, was für Drohungen angeblich gemacht wurden, und wie er darauf kommt, dass diese aus der Reitschule stammen sollen.

 

 

29.01.19 

Medienmitteilung zur Antwort des Regierungsrates auf die Interpellation Amman/Schindler Mediengruppe der Reitschule, 

Einseitige Inschutznahme der Kantonsregierung trotz gegenteiliger Beweislage 

Die Reitschule Bern ist empört über die bürger*innenfeindliche Haltung der Kantonsregierung und die einseitige Inschutznahme der Polizei. In der Antwort zur Interpellation vom 10. September weist der Regierungsrat reflexartig die kritischen Fragen zum brutalen Polizeieinsatz des 1. Septembers 2018 zurück. Mehrheitlich geht die Regierung nicht einmal auf die Fragen ein. Offenbar ist die Kantonsregierung nicht bereit, die deutlich auseinanderliegenden Versionen dieses Abends zu vergleichen und sich mit allen Aspekten der Vorfälle auseinanderzusetzen. 

Die Vorwürfe an die Kantonspolizei von Betroffenen von Polizeigewalt, politischen Parteien, NGOs und der Reitschule Bern verdienen es offenbar nicht, eingehender geprüft zu werden. Diese kategorische Haltung der Kantonsregierung ist ein Schlag ins Gesicht der rund 30 Verletzten Menschen jenes Abends und widerspricht dem demokratischen Grundregeln. 

Die Beweislage gegen die Kantonspolizei ist betreffend vieler geäusserter Vorwürfe erdrückend – daran ändert auch die Inschutznahme von Regierungsrat Müller nichts. So verweisen wir erneut auf die Video- und Fotoaufnahmen jener Nacht sowie auf unser Dossier, in dem wir die uns bekannten Gewalterfahrungen von Gästen gesammelt hatten. Mehrere Gesichtstreffer zeugen davon, dass Gummischrot auf Kopfhöhe abgefeuert wurde. Mindestens drei Personen mussten sich damals in ärztliche Behandlung begeben, zwei davon wurden notfallmässig operiert. Die Polizei hat in jener Nacht die Gesundheit vieler Menschen gefährdet, indem sie während Stunden immer wieder auf die Anwesenden feuerte mit alten und neuen Gummigeschossen. Die geltende Sicherheitsdistanz von 20 Metern sei eingehalten worden, schreibt der Regierungsrat. Das ist gelogen: Dies beweisen Videoaufnahmen, die wir damals veröffentlicht haben. 

«Beim zur Diskussion stehenden Einsatz hätten Unbeteiligte angesichts der sich abzeichnenden Eskalation genügend Zeit gehabt, sich rechtzeitig vom Ort des Geschehens und aus der Gefahrenzone zu entfernen», behauptet die Regierung weiter. Dies ist nachweislich gelogen, stand die Polizei doch innert weniger Minuten in Vollmontur auf der Schützenmatte und feuerte ohne Vorwarnung auf die Umstehenden. Dies bestätigten mehrere Augenzeug*innen. Weiter beantwortet die Regierung nicht die Frage, warum sich die Polizei während rund dreier Stunden vor Ort aufhielt, statt sich nach dem ersten Gummigeschossgewitter wieder zurückzuziehen. 

Angesichts der eklatanten Missstände bei der Kantonspolizei Bern und der ihr übergeordneten Regierung verweist die Reitschule Bern erneut auf ihre ablehnende Haltung zum Polizeigesetzreferendum am 10. Februar. 

Mediengruppe Reitschule Bern 

 

26.11.2018

17.13h:

Kantonspolizei verweigerte Kontaktaufnahme

 

Als am Freitagabend ein Aufgebot von ca. 50 Polizist*innen das Restaurant Sous le Ponst stürmte, war die Reitschule sehr bemüht, einen Kontakt zur Kantonspolizei aufzubauen, um mit der Situation möglichst koordiniert umgehen zu können und die Sicherheit unserer Gäste zu gewährleisten.

Da eine Kontaktaufnahme durch die Polizei weder vor Ort, noch über das vertraglich geregelte Kontakttelefon erfolgte*, versuchte die sicherheitsverantwortliche Person der Reitschule, mit der Kantonspolizei Kontakt aufzunehmen. Sie sprach die anwesenden Polizist*innen an und gab sich in ihrer Funktion als Sicherheitsverantwortliche zu erkennen. Auf die Frage, worum es bei dem Einsatz gehe und ob sie mit der Einsatzleitung sprechen könne, erwiderte der Polizist: "Halt die Fresse und verpiss dich". Eine weitere Kontaktaufnahme war nicht mehr möglich.

Die Reitschule ist irritiert von dieser Kontaktverweigerung durch die Polizei, die der Reitschule sonst immer mangelnden Dialog vorwirft.

Wir rufen die Kantonspolizei auf, zu der Verweigerung des Kontakts mit unserer Sicherheitsverantwortung Stellung zu nehmen.

 

* Bis zum Zeitpunkt des Eindringes in die Reitschule und das Restaurant Sous le Pont erfolgte keine Kontaktaufnahme durch die Polizei über das Telefon oder vor Ort. Unsere Sicherheitsverantwortlichen suchten daher das Gespräch mit dem Einsatzleiter. Wie bereit beschrieben, wurde unseren Mitarbeitenden der Dialog allerdings verweigert.
Nach Einsatzbeginn ging ein Anruf auf das Kontakttelefon ein, der entgegengenommen aber nach ca. 25 Sekunden plötzlich abgebrochen wurde. Rund eine Viertelstunde später rief ein Angestellter der Reitschule zurück.

 

24.11.2018

14.06h:

Nach dem übertriebenen Einsatz suchte Gemeinderat Reto Nause den Vorplatz auf. In dieser Situation war klar, dass dies eine Provokation bedeutete. Wir sind der Meinung, dass die Diskussion über die Wegweisung stark von dem unverhältnismässigen Polizeieinsatz mit 50 Polizist*innen ablenkt, dessen Eindringen in das Restaurant Sous le Pont offenbar im Voraus geplant war.

 

Wir möchten Reto Nauses Aktion daher nicht mehr Aufmerksamkeit schenken als die Worte: Es ist üblich, dass Leute vom Vorplatz weggewiesen werden, die den Betrieb der Reitschule stören.

 

00.13h:

Vorbereiteter Polizeieinsatz im Restaurant Sous le Pont

 

Ersten Erkenntnissen zufolge haben rund 50 Polizist*innen in Vollmontur und in Zivil kurz nach 9 Uhr Freitagabends die Reitschule und das Restaurant Sous le Pont gestürmt. Das Sous le Pont befand sich im Vollbetrieb und konnte seine Arbeit erst nach einigen Stunden wieder aufnehmen. Der öffentliche Verkehr um die Schützenmatte wurde erheblich durch die Polizei beeinträchtigt.

 

Grund war offenbar das Vorgehen gegen mutmassliche Dealer*innen. Aufgrund der Tatsache, dass etwa zwei Dutzend Beamte in Vollmontur und zwei Dutzend in Zivil bereit standen und der Verkehr grossräumig gesperrt wurde, ist davon auszugehen, dass die massive Störung des Betriebs nicht nur zufällig geschah, sondern im Voraus geplant war.

 

Mindestens eine Person wurde durch Gummigeschosse verletzt. Mehrere Personen wurden festgenommen.

 

Wir rufen alle anwesenden Gäste auf, uns allfälliges Videomaterial und Gedankenprotokolle von Übergriffen durch die Kantonspolizei Bern an medien@reitschule.ch zukommen zu lassen.

 

Zu gegebener Zeit werden wir weiter informieren.

 

Einen trotz Polizei sicheren Freitagabend wünscht,

die Mediengruppe der Reitschule Bern

 

2.9.2018

Alle in den heutigen Medienmitteilungen erwähnten Fotos und Filme (Gummigeschoss mit Smiley) sind auf der Facebookseite der Reitschule zu finden: 

http://www.fb.com/reitschule

 

Weitere Berichte, Fotos oder Filme bitte per Mail an medien@reitschule.ch oder via die Facebook-Seite. Merci!

 

19.20h:

Der sinnloseste Grosseinsatz der letzten Jahre
 
Sehr geehrte Medienschaffende
Mit grösster Betroffenheit über die Bodenlosigkeit des gestrigen Einsatzes der Polizei im Perimeter Reitschule / Schützenmatte, sehe ich mich gezwungen, meine Sicht der Undinge mitzuteilen.

Zur Sachlage
Ab ca. 19.00 Uhr patrouillierten zwei Kantonspolizisten in Leuchtwesten während Stunden über die Schützenmatte. Hierfür gab es keinen ersichtlichen Grund.
Daraus folgten, logischerweise, erste Gespräche mit Gästen des NeustadtLabs und der Reitschule.
Potentiell unterprivilegierte Grüppchen verzogen sich, aus der Angst, personenkontrolliert zu werden, Richtung Innenhof und Durchgang der Reitschule.
Um etwas nach 23.00 Uhr rückte für die Polizei Verstärkung in Uniform und Zivil an. Auf Nachfrage bezüglich Intention des Aufmarsches antwortet die Polizei mit der Ansage, dass sich mehrere Personen einer Personenkontrolle entzogen hätten und man die Situation darum observieren müsse.

Mittlerweile ist Mitternacht. Die Stimmung langsam aber sicher gereizt, erste Auseinandersetzungen bahnen sich an – Machtgehabe und ein martialisch auftretendes Mob-Gren-Corps nach einigen Scharmützeln, erste Flaschen fliegen – Konsternation, Wut, Fragezeichen.
Der Rest ist eine wohlbekannte und immergleiche Geschichte: Gummischrot auf Kopfhöhe, Pfefferspray-Attacken nach Zufallsprinzip sichtlich überforderte Polizisten und Polizistinnen und übertrieben harte Verhaftungen. Kurz gesagt, das Eskalations-Einmaleins der Polizei, wenn sie sich zur Reitschule begibt.

Zur meiner Einschätzung
Die Polizei will die Schützenmatte ideell nicht der Reitschule überlassen, dass sie darum am NeustadtLab Präsenz markiert, hat sehr viel mit Aufwertung in ihrem ausgrenzenden Sinn zu tun. «Präventive Präsenz»: Das subjektive Sicherheitsgefühl ist im bürgerlichen Diskurs sehr nahe an die Sichtbarkeit einer Uniform gekoppelt. Der Selbstwert der Polizei generiert sich aus genau dieser repräsentativen Funktion.

In der Reitschule und auf dem Vorplatz ist manches anders, ob man das gut oder schlecht findet spielt keine Rolle, diesen Fakt gilt es zu akzeptieren. Polizei bedeutet hier immer Unruhe, bedeutet Gefahr, bedeutet Angst. Angst bedeutet das Gegenteil von dem was alle auf diesem Perimeter wollen. Verhältnismässigkeit, Stützpfeiler eines gangbaren Miteinanders, bedeutet dies zu berücksichtigen. Dass die Polizei bei schweren Delikten einschreiten muss, ist nachvollziehbar. Das wird seitens Reitschule berücksichtigt und auch so kommuniziert. Wir sprechen hier von Waffeneinsatz, schweren Übergriffen auf Körper und Würde – wir sprechen von Ausnahmefällen.
Gestern war kein Ausnahmefall, sondern Normalität mit allem was dazugehört auf dem Vorplatz.

Das seitens Polizei teilweise noch immer von «Deeskalation» die Rede ist, ist klingt in meinen Ohren wie blanker Hohn. Der komplette Einsatz gestern glich einem Domino, genau zu berechnen und genau vorherzusagen in seiner Dynamik. Vorprogrammierte, sehr teure Eskalation.

Der Grund: Die Polizei will um jeden Preis ihre Exekutivgewalt wahren, stur, stoisch und zu jedem Preis. Die Verhältnismässigkeit ist dabei höchstens noch per Fernglas auszumachen. Dass «ihre Arbeit» in «unserem» Perimeter nicht so wie sonst überall passieren kann, scheint die Polizei in ihrem Selbstverständnis dermassen zu unterminieren, dass es sie offensichtlich gar zum sinnlosesten Grosseinsatz der letzten Jahre provozierte.

Und übrigens: Ein Sechzigschaft lupenreiner Neo-Faschisten mit höchstem Gewaltpotenzial und instant belegten Übergriffen spazierte dafür vor zwei Wochen am helllichten Tag durch die Innenstadt und wurde von der Polizei durch unsere Quartiere eskortiert. Und trotzdem scheint sich die Polizei immer wieder zu fragen, warum niemand mit Blumen auf dem Vorplatz auf sie wartet – uns bleibt die Spucke weg.

Ein langjähriger Mitarbeiter der Reitschule, Sonntag, 2. September 2018.

 

17:49h:

Werte Medienschaffende

In unserer vorherigen Mitteilung berichteten wir darüber, wie in der gestrigen Nacht von der Kantonspolizei Gummigeschosse verschossen wurden, die mit Smileys und anderen Botschaften versehen wurden. Dies ist durch mehrere Augenzeugenberichte bestätigt.

In der Onlineausgabe des Blick erwiderte KaPo-Sprecherin Jolanda Egger darauf:
«Ein solches Vorgehen verstösst gegen unsere Richtlinien. Deshalb können wir uns nicht vorstellen, dass die Beamten so gehandelt haben.»

Wir sind befremdet von der Tatsache, dass die Kantonspolizei ein Fehlverhalten ihrer Polizist*innen kategorisch ausschliesst. Polizist*innen sind auch nur Menschen, und diese halten sich nicht immer an die Regeln.

Uns erreichte diverses Bild- und Videomaterial, das den gestrigen Einsatz dokumentiert. Darunter befinden sich zwei Beispiele (beide im Anhang) von direktem Regelverstoss durch die Kantonspolizei.
Das erste Beispiel ist ein Video, auf welchem ein Polizist sein Gummischrotgewehr auf Kopfhöhe in Richtung Reitschule abfeuert. Wegen der hohen Verletzungsgefahr bei Kopftreffern ist dies der Polizei eigentlich verboten.
Das zweite Beispiel ist ein Bild eines solchen Kopftreffers, das uns ein Gast zugesendet hat. Nach eigenen Angaben wurde er von über 10 Geschossen getroffen, wovon 2 seinen Kopf und 3 beinahe seinen Intimbereicht trafen. Einer dieser Kopftreffer hinterliess eine klar sichtbare Verletzung unweit des Auges.

Die Reitschule kritisiert dieses rechtswidrige Vorgehen der Kantonspolizei scharf. Durch Schüsse auf Kopfhöhe werden schwere Augenverletzungen, auch von Unbeteiligten in Kauf genommen. Dass die Polizei ein mögliches Fehlverhalten nicht einmal in Betracht zieht, geschweige denn untersuchen will, zeugt von einem eklatanten Mangel in der Kontrolle des Verhaltens einzelner Polizist*innen.

Wir fordern die Polizei auf, sich diesen Vorwürfen zu stellen.

Mit freundlichen Grüssen,
Mediengruppe Reitschule Bern

 

14:43h:

Sehr geehrte Medienschaffende

Die Reitschule Bern ist empört über den nächtlichen gewalttätigen Einsatz der Polizei. Wir verurteilen den unverhältnismässigen und gefährlichen Einsatz.

Gegenüber der Mediengruppe bestätigen Augenzeug*innen unabhängig voneinander, dass Anwesende die Polizei vor Mitternacht verbal bestimmt zum Gehen aufforderten. Binnen Minuten war die Kantonspolizei mit einem halben dutzend Kastenwagen und mindestens 30 Polizisten vor Ort. Die Polizei schoss Gummigeschosse auf Kopfhöhe ab. "Die schossen auf alles, was sich irgendwie bewegte", sagte ein schockierter Augenzeuge der Mediengruppe. Die Polizei eskalierte die Situation mit physischer Gewalt und verletzte dutzende Menschen. Es kamen Gummigeschosse, Pfefferspray und Tränengas zum Einsatz. Mindestens eine Person liegt noch im Spital: Gummigeschosse der Polizei trafen sie direkt in den Genitalbereich. Die Polizei verhaftete mehrere Besucher*innen.

Polizei: Verdacht auf geplante Eskalation
Pikanterweise fiel Besuchenden und Mitarbeitenden von Reitschule und NeustadtLab deutlich vor Mitternacht auf, dass in der Hodlerstrasse mehrere schwere Kastenwagen parkiert waren. Diese kommen normalerweise bei Grossveranstaltungen wie Demonstrationen zum Einsatz. Das legt den Verdacht nahe, dass die Polizei eine Intervention bei der Reitschule geplant hat und eine Eskalation provozieren wollte. Ein langjähriger Mitarbeiter der Reitschule, der den gesamten Abend vor Ort war, sagte: "Wenn es so etwas wie Drei-D-Politik* gibt, dann haben wir heute das Gegenteil erfahren. Mir fehlen die Worte für das Verhalten der Polizei." Sie finden seinen ausführlichen Bericht als Anhang dieser E-Mail.

Mit grosser Irritation nahmen wir ausserdem davon Kenntnis, dass die Kantonspolizei einige der eingesetzten Gummischrotgeschosse mit Smileys und anderen Beschriftungen versah. Gemäss bestätigten Augenzeugenberichten wurde das im Anhang abgebildete Geschoss in dieser Form von einem Polizisten / einer Polizistin abgefeuert. Die Polizei scheint sich über die Leute, auf die sie schiesst, lustig zu machen und untermauert damit den Verdacht einer geplanten Eskalation.

Die Reitschule ist um eine faktentreue Wiedergabe der gestrigen Ereignisse bemüht. Darum starteten wir über die sozialen Medien einen Aufruf, dass Betroffene ihre Video-Aufnahmen und Zeugenberichte einsenden. Wir werden so bald wie möglich weitere Informationen veröffentlichen.

Die Reitschule wünscht allen Verletzten gute Genesung und dankt den Mitarbeitenden der Reitschule Bern sowie des NeustadtLabs für die professionelle Arbeit und Erste-Hilfe-Leistungen. Der Betrieb konnte aufrecht erhalten, die Ruhe bewahrt werden.

Mediengruppe RSB

* Drei-D-Politik steht bei der Polizei für Dialog, Deeskalation und Durchgreifen.

 

 

 

 

 

 

24.2.2018

Medienmitteilung Reitschule Bern

 

Gestern Freitagnacht, 23.2.2018, versuchten 20 Zivilpolizisten den Eingangsbereich zur Reitschule - und damit auch den Eingang zum RaBe-Fest - zu stürmen. Es war eine völlig sinnlose Provokation: Wegen der Eingangskontrolle zum Rabe-Fest konnten auch keine Dealer ins Innere des Festes respektive der Reitschule flüchten. 

 

Die Polizei behauptet zudem, Reitschülerinnen hätten mit Tränengas versetztes Wasser eingesetzt. Das ist eine Lüge. Wie Augenzeugen berichten, erfolgte der Reizgas-Einsatz von einem Zivilpolizisten. 
Um Unbeteiligte vor diesem Reizgas zu schützen und das Gas zu neutralisieren, wurde der Wasserschlauch eingesetzt. 
Die Reitschule hat weder das Reizgas, noch die technischen Mittel, um ein Reizgas-Wasser-Gemisch herzustellen.

 

Am Mittwoch, 21.2.2018, wurde um ca. 17.00h ein Mitarbeiter der Reitschule während seines Einsatzes für die "Eingangskontrolle" unter der Eisenbahnbrücke von der Polizei zu Boden geworfen und brutal verhaftet (Video: https://vimeo.com/257267232).
Umstehende Reitschüler*innen, die die Situation beobachteten, wurden mit Pfefferspray eingesprüht, andere aus nächster Nähe mit einem Gummischrotgewehr bedroht - auf Augenhöhe (Video folgt). Dies widerspricht den rechtlichen Vorgaben, die eindeutige Mindestdistanzen vorschreiben und das Zielen auf Augenhöhe verbieten.

 

Diese beiden Vorfälle sind weitere traurige Höhepunkte in der angeblich gezielten Kampagne der Polizei gegen den Deal auf der Schützenmatte, die sich immer mehr gegen die Reitschule richtet.
Wer die Situation vor Ort kennt, kann nicht übersehen, das es der Polizei offenbar nicht um die gezielte Bekämpfung des Deals geht, sondern darum, „Anti-Ausländer*innen-„ und „Anti-Reitschul-Politik“ zu machen.

 

Wir protestieren darum einmal mehr, dass die Polizei nicht gezielt dealende Personen anhält, sondern schon eine dunkle Hauffarbe für einen Festnahme genügt!
Und wir kritisieren zum wiederholten Male, dass die Polizei regelrechte Treibjagten aus der Umgebung in die Reitschule hinein organisiert!

 

Es gibt noch weitere Beispiele:

 

Am vergangenen Freitag, 17.2.2018 eskalierte die Situation nachts auf der Schützenmatte, als die Polizei mit mehreren Kastenwagen auffuhr (angeblich, um Dealer zu kontrollieren) und Beamte mit Gummischrotgewehren auf anwesende Jugendliche zu rannten. Die Situation geriet ausser Kontrolle, es kam zu Gummischroteinsätzen und Flaschenwürfen... 
Die über das Kontaktefon informierte Polizeizentrale hatte angeblich keine Kenntnis von einem Einsatz. Immerhin zog sich die Beamten nach dem Anruf zurück und die Situation beruhigte sich. 

 

Die Reitschule macht immer wieder deutlich klar, dass sie nicht Austragungsort solcher Auseinandersetzungen sein will und fordert seit Jahren von allen ALLEN Beteiligten den Respekt gegenüber der körperlichen und physischen Integrität ALLER Mitmenschen. Die provokanten und aggressiven Aktionen von Seiten der Polizei beeinflussen die Situation auf dem Vorplatz jedoch massiv negativ und für die Reitschule-Betreiber*innen wird es schwieriger, eine Atmosphäre von Respekt und eigenverantwortlichem, solidarischem Verhalten aufrechtzuerhalten.

 

Die "Wildwest"-Szenen in und um die Reitschule, die Verfolgung von dunkelhäutigen Personen, die Störung des Restaurantbetriebes und das Bedrohen von Reitschüler*innen mit Waffen durch die Polizei, das vermehrte Auftreten von Dealenden in unseren Räumlichkeiten sowie die Revierkämpfe wegen der Polizeieinsätze auf der Schützenmatte, hatten die Reitschule bereits dazu veranlasst, während bestimmten Zeiten eine zusätzliche temporäre "Eingangskontrolle" (Torwache) einzuführen. Unser Ziel: Eingangskontrollen, die Deal und Polizeieinsätze im Inneren verhindern, um den Kulturbetrieb weiterführen zu können.

 

Die neuen Eingangskontrollen sind ein Entscheid der letzten Reitschule-VV, welcher der Reitschule nicht leicht fiel, weil er viele Ressourcen bindet, die wir gerne anders einsetzen würden. Die Eingangskontrollen widersprechen auch unserem Grundsatz des "offenen Hauses". Damit wir aber nicht zum Spielball von Polizei und Dealerbanden werden, sehen wir zur Zeit keine andere Lösung.

 

9.2.2018


Stellungnahme zu den letzten Polizeieinsätzen in der Reitschule.

In den letzten zwei Wochen gab es zahlreiche Einsätze der KaPo in und um die Reitschule, welche den Betrieb teils massiv gestört haben - die Medien berichteten...

Zum Beispiel am Freitag-Abend (2.2., ca. 18.00h) oder diese Woche am Mittwoch-Abend, 7.2.2018):  

Das fast ausgebuchte Sous le Pont wurde um ca. 20.10 Uhr während laufendem Betrieb von der Polizei gestürmt. 
Beamte in Vollmontur blockierten die Tür, ihre (zivilen) Kollegen standen mit Gummischrot-Gewehren (Innenraum! Mindestabstand?) und in Vollmontur vor dem Buffet und in den WCs um mutmassliche Dealer*innen zu verhaften.
Es entstand ein riesen Durcheinander und an einen Normalbetrieb des Spezialitäten-Abends war nicht mehr zu denken. Personal und Gäste wurden von bewaffneten Polizisten eingeschüchtert, bedroht und teilweise tätlich angegangen, 
obwohl sie sich passiv verhielten und niemand den Polizeieinsatz behinderte.
Das Personal bat um Informationen und darum, den Betrieb nicht zu stören und das Mobiliar nicht zu beschädigen (Beamte drohten, WC-Türen einzuschlagen und stiegen auf Lavabos). Die Antwort des Einsatzleiters war eindeutig: «Euer Betrieb ist uns scheissegal!»

Der Unmut über die Polizeieinsätze in der Reitschule, die den Deal – im Gegensatz zum Kulturbetrieb - nicht einmal kurzfristig zum Erliegen bringen, war bei Gästen und Betreiber*innen offensichtlich, trotzdem blieben sie ruhig.

 

Dass das Drogenproblem nicht mit Repression zu lösen ist, sollte nach gefühlten 100 Jahren praktischer Erfahrung auch bei der KaPo angekommen sein. Es scheint diese allerdings wenig zu kümmern, in gewohnt trauriger Art und Weise jagen Polizist*innen seit Wochen immer wieder ausschliesslich dunkelhäutige Personen in das Innere der Reitschule, um sie dann dort unter Anwendung von brutaler Gewalt zu verhaften. 
Von gezielten Aktionen kann nicht gesprochen werden. Viele der Verhafteten werden dann auch nicht wegen Drogendelikten zur Anzeige gebracht, sondern wegen Verstössen gegen das Ausländergesetz etc.

 

Die Reitschule weiss, dass die ökonomische Situation der Strassenhändler, sowie die staatliche Prohibition und die seit jahrzehnten nutzlose Repressions- und Vertreibungspolitik gegen die kleinen Fische des Drogenhandels für das „Drogenproblem“ vor der Reitschule verantwortlich sind. Und sie weiss auch, dass der Deal mit den Drogen uns ein Konsumrauschpublikum beschert und Gewalt ins Haus bringt. 

 

Wir wollen ein Polit-, Begegnungs- und Kulturzentrum sein und nicht ein stadtbekannter Drogenumschlagplatz. Hinter dem Drogenhandel stecken mafiöse und menschenverachtende Strukturen, die unter anderem mit dem weltweiten Menschen- und Waffenhandel verstrickt sind. Wir wollen keinen Deal und keinen Konsum von harten Drogen in und um die Reitschule. 

 

Und trotzdem: Wir wehren uns gegen das übergriffige Verhalten der KaPo, kritisieren immer wieder das «Racial Profiling» und wollen dem etwas entgegenhalten: Wir rufen darum Gäste und Besucherinnen der Reitschule auf, ihre Beobachtungen fotografisch oder auf Video festzuhalten und Gedankenprotokolle zu verfassen - damit wir unsere Kritik noch besser belegen können.

 

Unter folgendem Link findet ihr Videomaterial der Razzia vom 26.1.2018 (und nicht vom 2.2.2018 wie zuerst geschrieben, entschuldiung):
https://vimeo.com/255114298

 

 

 

30.07.2017

 

Medienmitteilung No Borders, No Nations

 

Zirka 10'000 Menschen haben dieses Wochenende am Sommerfest der Reitschule ein Zeichen gegen Nationalismus gesetzt. 

Während sich manche auf den Nationalfeiertag vorbereiteten, waren wir unter dem Titel No Borders, No Nations eine Stimme dagegen: Gut besuchte Vorträge zum nationalistischen Programm der SVP, Kapitalismus und rechter Hetze, 3 Führungen durch die Reitschule, 11 Konzerte von Bands aus aller Welt, 11’100 Liter Bier und eine ausgelassene und friedliche Stimmung. 

Am Freitag füllten unsere Lokalhelden Baze und Jeans for Jesus die Schützenmatte.

Am Samstag hatten wir mit Dritte Wahl wahre Deutschpunk-Legenden auf der Bühne, welche mächtig einheizten. Den Abschluss machten zwei Mitglieder von K.I.Z., welche unter dem Namen Turntable Hools ein DJ-Set zum Besten gaben.

Das Sommerfest war gratis, es gab keine Zutrittskontrollen und keine Sponsoren. Nur dank der hohen Solidarität von Besucherinnen und Besucher, die ein Solibändeli gekauft haben, war das Fest möglich. 

Der grösste Dank geht an die rund 400 freiwilligen Helferinnen und Helfer, die während der letzten drei Tag etwas Grosses geleistet haben. Zusammen mit den Menschen von der Reitschule haben sie ein Fest möglich gemacht, wie es Bern noch selten gesehen hat. Das wahre Stadtfest eben.

Best of Freitag
https://www.youtube.com/watch?v=kU0ofSHofZY

Best of Samstag
https://www.youtube.com/watch?v=qX21pfeG59s

 

 

 

24.05.2017

 

Gestern Dienstag kommunizierte die Medienstelle der KaPo Bern ihre Sicht der Ereignisse des gestrigen Nachmittags. Diese führten zu einem zerbrochenen  Sicherheitsglas, einem aufgebrochenen Tor und somit mehreren tausend Franken Sachschaden. 

 

Die Reitschule stellt im Folgenden nachweislich falsch vermittelte Tatsachen der Kantonspolizei richtig und kritisiert, dass die Polizei einmal mehr Politik gegen die Reitschule betreibt.

 

Was ist passiert:

Am Dienstagnachmittag stellten Mitarbeitende des Restaurants Sous Le Pont zwei Personen fest, die in die Reitschule rannten. Wie in solchen Fällen üblich, wurde umgehend das grosse Tor der Reitschule geschlossen. Dies ist seit Jahren normales Vorgehen und bezweckt, dass der Betrieb aufrecht erhalten werden kann und kämpfenden oder sich verfolgenden Personen kein Zutritt zur Reitschule gewährt wird. Eine der Personen stellte sich später als Zivilpolizist heraus, der die andere Person bis auf die Toilette des Sous Le Pont verfolgt hatte.

 

Gemäss der Medienstelle der KaPo sei dieser Zivilpolizist durch die Torschliessung in der Reitschule „eingesperrt“ worden. 

 

Diese Aussage ist falsch: Der Polizist sprach während der Ereignisse per Funk mit seinen Kolleg*innen und erklärte, dass bei ihm alles ruhig sei. Ausserdem befinden sich im Restaurant Sous Le Pont, im Rössli sowie im grossen Tor selbst ingesamt vier Notausgänge, die jederzeit von innen geöffnet werden können. Weder der Zivilpolizist, noch die Gäste oder Angestellten des Restaurants Sous Le Pont waren zu irgendeinem Zeitpunkt in der Reitschule "eingesperrt".

 

Nichtsdestotrotz verschafften sich weitere Mitarbeitende der Kantonspolizei gewaltsam Zutritt zur Reitschule, indem sie eine Scheibe des Rössli einschlugen und später das grosse Tor aufbrachen.

 

Gemäss der Medienstelle der KaPo geschah das Aufbrechen des grossen Tors erst nach einem erfolglosen Anruf auf das Kontakttelefon. 

 

Auch diese Aussage ist falsch: Tatsächlich erfolgte der erste Anruf erst, als die Polizei bereits versuchte, die Scheibe zum Rössli einzuschlagen. Dieser erste Anruf konnte nicht schnell genug entgegengenommen werden; der Rückruf erfolgte jedoch innert einer Minute. Das Kontakttelefon wurde ausserdem dem Zivilpolizisten übergeben. Obwohl dieser seine Kolleg*innen noch einmal informierte, dass alles in Ordnung sei, brach die Polizei (erst jetzt) das Tor zur Reitschule auf. 

 

Als die Polizist*innen dann zuerst noch die falschen Räumlichkeiten aufsuchten, führten Mitarbeitende des Restaurants diese zu dem Zivilpolizisten. Die Einsatzkräfte verliessen darauf die Reitschule.

 

Um was geht es:

Vordergründig um eine Razzia gegen mutmassliche Drogendealer. 

 

Die Kommunikation rund um die Razzia verfolgt jedoch eine andere Strategie: Einmal mehr kommunizierte die Kantonspolizei nachweislich falsche Aussagen zu ihren Einsätzen in und um die Reitschule. Das Resultat dieser Falschaussagen sind stark verzerrte Darstellungen der Ereignisse und der Reitschule in den Medien - zu Ungunsten der Reitschule.  

 

Die Kantonspolizei betreibt mit solchen Falschaussagen aktive Politik gegen die Reitschule und verletzt somit ihre gesetzlich gegebene politische Neutralität. 

 

Die Reitschule fordert, dass die Kantonspolizei Bern bei der Wahrheit bleibt und politisch motivierte Falschaussagen unterlässt.

 

 

23.05.2017

 

Medienmitteilung der Reitschule Bern

 

Unsinniger Polizeieinsatz

 

Heute Nachmittag ist während einer Drogenrazzia auf der Schützenmatte ein Zivilpolizist einer Person bis in die Toilette des Restaurants Sous Le Pont gefolgt. Die Mitarbeiter*innen des Sous Le Pont sahen lediglich zwei Personen stürmisch in die Reitschule rennen (keine davon als Polizist gekennzeichnet) und schlossen darauf das Grosse Tor. Der Zivilpolizist hielt auf der Toilette die Person fest und funkte seinen Kolleg*innen, die mittlerweile auf dem Vorplatz standen, dass bei ihm alles ruhig sei, er gab seinen Standort durch und sagte, dass er auf dem Weg nach draussen sei (Video dieser Szene).

Hier gilt es festzuhalten, dass alle Türen von der Toilette des Sous le Pont bis nach draussen Notausgänge sind und somit immer von innen nach aussen zu öffnen sind.

Die Polizist*innen agierten unkoordiniert und unprofessionell, sie versuchten mit Mehrzweckwerfen und Brecheisen eine Fensterscheibe des Rösslis einzuschlagen.

Erst währenddessen versuchte die Polizei über das Kontakttelefon die Reitschule zu erreichen. Die Mitarbeiter*innen haben innert einer Minute zurückgerufen und übergaben dann das Kontakttelefon dem Zivilpolizisten im Inneren der Reitschule. Dieser informierte die Einsatzzentrale darüber, dass bei ihm alles in Ordnung sei. Schlussendlich brach die Polizei das Grosse Tor gewaltsam auf.

Die hereinstürmmenden Polizist*innen rannten trotz genauer Angaben ihres Kollegen zum Frauenraum und nicht in das Restaurant.

Als die Polizei das Sous le Pont dann gefunden hatte, hat ein Mitarbeiter des Restaurants zwei Polizisten zu ihrem Kollegen auf die Toilette begleitet und sie verliessen mit der verfolgten Person die Reitschule.
Der angerichtete Schaden an Fenster und Tor beträgt mehrere tausend Franken.

Wir bedanken uns bei der Feuerwehr, die nach dem unsinnigen Einsatz der Kapo die Scheibe reparieren kam.

Die Reitschüler*innen fragen sich, was die Polizei mit diesem Einsatz zu bezwecken versuchte. Er reiht sich in politisch motivierte Übergriffe gegen Reitschüler*innen und die Reitschule ein. Es zeigt sich auch einmal wieder, dass das Katz und Maus-Spiel, dass die Kapo seit Jahrzehnten mit angeblichen Drogendealer*innen betreibt, offensichtlich nicht zielührend ist, um den Drogenhandel auch nur einbisschen einzudämmen.

 

 

26.2.2017

 

Medienmitteilung der Reitschule Bern

 

Gestern Abend ist es, nachdem eine Demonstration für die geräumte Besetzung an der Effingerstrasse von einer massiven Polizeipräsenz verhindert wurde, rund um die Reitschule zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrant_innen und der Polizei gekommen. Einmal mehr wurde das Areal rund um die Reitschule zum Austragungsort gesellschaftlicher Konflikte. Seit jeher appelliert die Reitschule an die Vernunft aller Akteure und fordert den Respekt gegenüber der körperlichen und psychischen Integrität unserer Mitmenschen.

Obwohl die Reitschule sowohl freitags als auch samstags über Stunden von der Polizei quasi eingekesselt war, verhielten sich die Gäste im Inneren der Reitschule beindruckend ruhig und trugen massgeblich dazu bei, dass das kulturelle Programm relativ ungestört stattfinden konnte. Während Neubrück- und Schützenmattstrasse in Rauch- und Tränengasschwaden untergingen, kümmerte sich das Personal um verletzte und verängstigte Personen, begleitete Einzelne aus dem Perimeter, traf Vorbereitungen zur Brandbekämpfung und hielt den Betrieb aufrecht. Nach dem sich die Situation am Samstag gegen Mitternacht beruhigt hatte, konnte die Reitschule wieder in regulären Betrieb übergehen.

In letzter Zeit ist der Druck auf besetzte Häuser in Bern wieder stark angestiegen, von Hausdurchsuchungen durch das Sondereinsatzkommando Enzian, über die zahlreichen Räumungen. In den letzten Tagen entluden sich nun die Spannungen über die Fragen nach Leerstand, bezahlbarem Wohnraum und nach dem Recht auf Privateigentum an Boden. 

Die Reitschule - selbst das Ergebnis einer Hausbesetzung - solidarisiert sich ausdrücklich mit diesen Anliegen. Es ist wichtig, dass in Bern besetzte und anderweitig genutzte Freiräume möglich sind. 

 

Für mehr Freiräume
Fight for your Reit

Mediengruppe Reitschule Bern

 

 

21.12.2016

Sehr geehrte Medienschaffende

Untenstehend finden Sie eine Richtigstellung der Reitschule zu den Aussagen der Kantonspolizei Bern im "Bund" vom 21.12.2016 bezüglich dem Vorfall vom 4. Dezember 2016. Den Wortlaut dieser Aussagen finden Sie am Ende der Medienmitteilung.

Wir bitten Sie, unsere Richtigstellung in Ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen.

Freundliche Grüsse
Die Mediengruppe der Reitschule Bern

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Richtigstellung der Reitschule zu den Aussagen der Kantonspolizei Bern im "Bund" vom 21.12.2016 bezüglich dem Vorfall vom 4. Dezember 2016

Corinne Müller, die Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern, behauptete heute gegenüber den Medien, dass von Seiten der Reitschule keine Namen von Anwesenden genannt wurden. Wie bereits in unserer Medienmitteilung von gestern Dienstag geschrieben, ist diese Aussage nicht korrekt. Noch am Abend des 4. Dezembers haben die anwesenden Reitschule-Mitarbeiter_innen und weitere Personen, die als Zeug_innen in Frage kamen, der Polizei ihre Namen genannt und in der Woche darauf eine Zeug_innenaussage gemacht. Die Tatsache, dass sich der mutmassliche Täter letzten Freitag bei der Polizei gemeldet hat, lässt vermuten, dass die dutzenden darauf folgenden Vorladungen von aktiven und ehemaligen Reitschüler_innen eher der Pflege des Feindbildes "Reitschule" dienten, als der Ermittlung des Tatherganges. Dafür spricht insbesondere auch das Vorgehen und Auftreten der Polizei (unten).

Die anwesenden Reitschüler_innen haben am besagten Abend Erste Hilfe geleistet, dafür gesorgt, dass die Polizei den Tatort untersuchen konnte und sich als Zeug_innen gemeldet. Als Dank werden nun andere Reitschüler_innen, die in irgendeiner Weise mit dem Wellness-Team in Verbindung gebracht werden, als Auskunftspersonen vorgeladen und sogar als Tatverdächtige gehandelt. Die Reitschule vermutet, dass die Polizei bereits im Vorfeld und über einen längeren Zeitraum Akten zu Personen angelegt hat, von denen sie vermutet, im Wellness-Team zu arbeiten. Dies wird auch durch die Tatsache erhärtet, dass mehrere Personen als Auskunftspersonen vorgeladen wurden, die am besagten Abend nicht anwesend und zum Teil sogar im Ausland waren oder gar nicht mehr in der Reitschule arbeiten.

Es wurde ausserdem von der Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern gesagt, dass "davon auszugehen" sei, dass das spätere Opfer zuerst mit dem reitschulinternen Sicherheitsdienst aneinandergeraten sei. Auch diese Behauptung der Kantonspolizei entspricht nicht den Tatsachen. Der Sicherheitsdienst der Reitschule war zu keinem Zeitpunkt an einer Auseinandersetzung mit dem späteren Opfer beteiligt.

Hinzu kommt, dass am Montagmorgen - drei Tage nachdem sich der mutmassliche Täter gestellt hatte - zwei Polizisten in Zivil in eine Wohnung eines Reitschülers eindrangen, ohne eine Vorladung oder einen Hausdurchsuchungsbefehl vorweisen zu können. Dies geschah somit unter Verletzung elementarer strafprozessualer Vorschriften. Diesbezügliche rechtliche Schritte werden geprüft.
Pikantes Detail ist hierbei, dass es sich bei einem der beiden Zivilpolizisten um den bekannten Problempolizisten Romero handelte (siehe auch vergangene Medienberichte). Dieser fiel schon in der Vergangenheit durch seine persönliche Abneigung gegen die Reitschule auf. Die Tatsache dass ausgerechnet ein Polizist, der durch sein persönliches Überreagieren im Zusammenhang mit der Reitschule aufgefallen ist, nun unerlaubterweise in Privatwohnungen von Reitschüler_innen eindringt, spricht nicht für ein Interesse der KaPo an einer funktionierenden Zusammenarbeit.

Dass die Kantonspolizei unter diesen Umständen der Reitschule mangelnde Kooperationsbereitschaft vorwirft, erachten wir als höchst problematisch. Es zeigt einmal mehr, wie zerrüttet das Verhältnis KaPo-Reitschule ist, und dass dies nicht - wie von der Polizei oft behauptet - ein einseitig durch die Reitschule bedingtes Problem ist. Vielmehr scheut sich die Medienstelle der KaPo offenbar nicht einmal, schlicht unwahre Aussagen zu verbreiten, wenn es um die Reitschule geht.

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Corinne Müller, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern, wehrt sich auf Anfrage gegen die Kritik. Die Ermittlung hätten «jederzeit die Klärung einer schweren Straftat zum Ziel gehabt.» Wegen der ungenauen Umstände sei die Polizei auf Aussagen von Zeugen angewiesen gewesen. Da vonseiten der Reitschule aber keine Namen von Anwesenden genannt wurden, habe man diese «in aufwändiger Weise» suchen müssen. «Sollte sich eine der zahlreichen Auskunftspersonen nicht korrekt behandelt gefühlt haben, so steht dieser der Rechtsweg offen», so Müller. «Die Vorwürfe, dass die Befragungen dazu gemacht würden, um Personen zu schikanieren, sind nicht nur haltlos, sondern auch respektlos dem Opfer gegenüber.»

 

20.12.2016

Sehr geehrte Medienschaffende

Seit jeher wird der Reitschule vorgeworfen die Zusammenarbeit mit der Polizei zu behindern. Die Reitschule wendet sich heute an die Medien um aufzuzeigen, was sich die Kantonspolizei wohl unter einer "Zusammenarbeit" mit der Reitschule vorstellt.

Nach dem blutigen Vorfall auf dem Parkplatz Schützenmatte vom 4. Dezember 2016 wurde der Tatort wie üblich von der Polizei untersucht und Zeugenaufrufe publiziert.

Die Abendverantwortlichen, sowie unser Sicherheitsdienst (das Wellness-Team) standen an diesem Abend, sowie in den Tagen danach mehrmals in Kontakt mit der Polizei. Mehrere an diesem Abend anwesende Personen haben ihre Personalien angegeben und später auch Aussagen bei der Polizei gemacht. Wie auf Anfrage bereits bekanntgegeben, erachteten wir das Vorgehen der Polizei in jener Nacht als angebracht und verhältnismässig. Sie suchte das Gespräch mit den Reitschüler_innen und verzichtete auf Provokationen.

Seit einigen Tagen werden nun jedoch mehrere dutzend aktive und ehemalige Mitarbeiter_innen als Auskunftspersonen vorgeladen. Es scheint, als lade die Polizei sämtliche Personen vor, die sie in irgendeiner Weise mit dem Wellness-Team der Reitschule verbindet. Die meisten der vorgeladenen Personen arbeiteten an besagtem Abend nicht - einige befanden sich sogar ausser Landes.
Manche wurden von bekennenden und bekannten Reitschulehassern aus den Reihen der Kapo zu Hause abgeholt - ganz ohne Ankündigung oder Vorladung. Die Beamten sind ohne Durchsuchungsbefehl in ihre Privatwohnungen eingedrungen und haben sie mitgenommen. Anschliessend wurden sie in eine Verhörzelle gesteckt, als wären sie Beschuldigte, von denen Gefahr ausgeht.
Der Reitschule ist nicht ersichtlich, was diese Vorladungs-Welle und das provokative Vorgehen zur Aufklärung der Tat beitragen soll - die anwesenden Personen hatten schon Zeugenaussagen gemacht. Der Verdacht ist unausweichlich, dass die Kantonspolizei den traurigen Vorfall als Gelegenheit missbraucht, Reitschüler_innen und Personen aus dem Umfeld zu schikanieren. Sie leistet einmal mehr einen hervorragenden Beitrag, dass sich die Haltung zur Kapo von Seiten Reitschule nicht verbessert.

 

13.07.2016

Angesichts wilder Spekulationen verschiedener Medien sieht sich die Reitschule gezwungen zu bestätigen, dass es am Samstag, dem 9. Juli im Grossraum Schützenmatte zu einem sexuellen Übergriff kam – aus Rücksichtnahme auf die betroffene Person haben wir bisher darauf verzichtet, dies öffentlich zu machen. Des Weiteren wollen wir mit einer genaueren Erklärung den Entscheid zur Schliessung verständlich zu machen.

Nach Betriebsende am frühen vergangenen Samstag Morgen, machte ein Passant noch verbleibende Reitschüler_innen auf eine Person aufmerksam, welche im Grossraum Schützenmatte Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden war. Daraufhin organisierte sich das Sicherheitspersonal nach Schichtschichtende erneut, suchte die Person auf und betreute sie. Unser Personal handelte sofort, leistete Erste Hilfe und informierte die Sanitätspolizei. Die nötigen Fachpersonen für die Betreuung der betroffenen Person sind involviert. Entgegen wilden Gerüchten, rät die Reitschule niemandem von einer Anzeige ab. Aus Respekt und Rücksichtnahme dem Opfer gegenüber wird sich die Reitschule nicht weiter zu diesem Vorfall äussern.

Dieser Vorfall und andere Ereignisse an diesem Abend, bei denen Personen zu Schaden kamen, haben für uns das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Reitschule verurteilt solche Vorfälle aufs Schärfste; sie widersprechen den Grundsätzen der Reitschule diametral. Um ein Zeichen dagegen zu setzen, haben wir die Tore vorläufig geschlossen. Wir nutzen die Zeit um zu überlegen wie wir mit diesen – uns von aussen auferlegten – Bedingungen umgehen wollen. Wann wir wieder öffnen ist Gegenstand von Diskussionen. Wir werden aber auch in der Zeit, in der die Reitschule geschlossen ist, präsent sein und den Vorplatz nicht sich selbst überlassen.
Für uns ist klar, dass Veränderungen her müssen. Was die Reitschule dazu beitragen kann, wird derzeit in den Strukturen diskutiert. Wir wollen an dieser Stelle nochmals betonen, dass die Situation vor unserem Haus eine gesellschaftlich Gemachte ist. Wir fordern die städtischen Behörden auf, ihre Drogen-, Nachtleben- und Jugendpolitik grundsätzlich zu überdenken und endlich Lösungen zu suchen, welche nicht daraus bestehen, sämtliche Probleme im öffentlichen Raum vor die Reitschule abzuschieben.

Freundliche Grüsse,
Mediengruppe Reitschule Bern

 

09.07.2016

Die Reitschule bleibt bis auf Weiteres geschlossen

Die Reitschule - 1987 definitiv besetzt und seither als alternatives Kultur- und Begegnungszentrum genutzt.
Ein Freiraum, für den wir mit unserem Manifest als Betreiber_innen der Reitschule Grundsätze festgelegt haben, die für uns unabdingbare Elemente eines solidarischen und emanzipierten Zusammensein sind:

  • kein Rassismus;
  • kein Sexismus;
  • keine physischen, psychischen oder sexuellen Übergriffe;
  • keine Homophobie;
  • keine Selbstbereicherung;
  • kein Konsumzwang;
  • wir versuchen Konflikte gewaltfrei zu lösen;
  • wir verhalten uns respektvoll miteinander und gegenüber der Infrastruktur.

Der Vorplatz hat sich in den letzten Jahren, nicht zu letzt als Konsequenz der verfehlten Jugend-, Nachtleben-, Sicherheits-, Drogen- und Asylpolitik der Stadt Bern, des Kantons und des Bundes, zum Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Probleme entwickelt, die ausserhalb des Einflussbereichs der Reitschule liegen. Abend für Abend, Wochenende für Wochenende treffen auf dem Vorplatz verschiedenste Menschen und Interessen aufeinander. Der Reitschule wird damit eine Verantwortung übergestülpt, die wir weder tragen können noch wollen. Deshalb sagen wir "Stopp". Für uns ist die heutige Situation untragbar und wir haben keine Lust mehr darauf, Freiraum zu sein, dem nicht Sorge getragen wird.
Aus diesem Grund bleibt die Reitschule bis auf Weiteres geschlossen!

 

07.03.2016

Liebe Menschen

Über das Wochenende nachdenken? Ist eindeutig fällig. Auch ein paar neue und alte Diskussionen führen. Über Sinn und Zweck von Strassenkämpfen rund um die Reitschule - die werden mit Sicherheit folgen.

Wir als Reitschüler_innen müssen uns kritische Fragen bezüglich unserem Konzept gefallen lassen, genauso wie die Strassenkämpfer_innen. Welches Ziel sollte mit diesen Ausschreitungen erreicht werden? Wem haben sie genützt? Wem geschadet? Was wurde vermittelt? Was sind die Folgen?

Wir möchten heute einfach mal festhalten, dass ein Provokationsschema nicht durchsichtiger hätte sein können:

Zuerst veröffentlicht die Kapo einen Bericht und hält unter vielem anderen fest, dass die Situation rund um die Reitschule problematisch sei.

Die Medien springen v.a. auf den Teil des Berichtes auf, den die Reitschule betrifft.

Die Reitschule reagiert und legt ihre Sicht der Dinge dar - dass es zwar vermehrt Vorfälle und Diebstähle gegeben habe, die Reitschule schon selber mit vermehrter Präsenz reagiert habe. Dass das Ausmass jedoch kein "nie dagewesenes" sei, sondern dass es diesbezüglich halt Schwankungen gebe.

Medienberichte in Bund, BZ erscheinen, die die Situation dramatisieren.

Darauf «reagiert» die Polizei: Am Freitagabend wird ein so genanntes Präventionsteam vorbeigeschickt - und zwar ein grosses und dieses in Vollmontur. Damit auch allen klar ist, wer das Gewaltmonopol hat. Speziell interessant ausserdem, dass nicht wenige des so genannten Präventionsteams sonst bei der Sondereinheit Krokus arbeiten - und Reitschüler_innen deshalb leider bestens bekannt sind.

Was provoziert werden soll, ahnt man in der Reitschule sofort, deshalb ruft man die Besucherinnen auf, ins Innere zu kommen und sich nicht provozieren zu lassen. Als trotzdem kleinere Aufmärsche stattfanden, wurden diese umgehend gewaltsam aufgelöst.

Die Gegenreaktion junger Revolutionär_innen lässt nicht lange auf sich warten...

Samstag Abend - … et voila: 100 Punkte - alle spielen das Spiel mit.

Auch die Verlautbarungen der Reitschulgegener_innen durften nicht fehlen. Sie folgen wie bestellt, etwa die Forderungen des Verband Schweizerischer Polizei-Beamter, die denen der Jungen SVP genau entsprechen...

Ist das alles jetzt wirklich Prävention gegen Drogendeal und Taschendiebstahl?

Leider spielt es gar keine Rolle, was die Reitschule-Betreiber_innen finden, wann die Polizei geschickterweise NICHT dort auftreten sollte, um einen möglichst angenehmen Ablauf des Abends auf dem Vorplatz zu erreichen.

Möglicherweise KANN die Polizeiführung gar nicht verstehen, wieso eine derartige (bewaffnete) Polizeipräsenz von vielen Menschen - gerade bei der Reitschule - als schlichte Provokation angesehen wird, weil sie ein kurzes Gedächtnis hat und weil sie die Geschichte der Reitschule nicht versteht.

Möglicherweise WILL die Polizeiführung aber auch gar nicht, dass ein Abend in der Reitschule angenehm und friedlich verläuft.

Wir wissen nicht, welcher der Ansätze eher stimmt, aber hinter allen wieder alles sauber aufwischen, das geht schon.

Besucht uns, wir sind immer da.

Kultur- und Begegnungszentrum

Reitschule Bern

Mediengruppe

 

6.3.2016

Es gab wieder einiges zu lesen zu Vorfällen rund um die Reitschule.

Hier nur kurz betreffend Freitag und Samstag-Nacht:

Vorab möchten wir festhalten, dass es seit letzten Sommer zu keinen Vorfällen gekommen ist, die nicht auch an einem anderen Veranstaltungsort mit mehreren Hundert oder Tausend Anwesenden, passiert sind oder hätten passieren können. Auch wenn der diese Woche veröffentlichte Sicherheitsbericht der Berner Kapo etwas anderes suggeriert.

Besonders auffällig für uns ist, dass eine polizeiliche «präventive Aktion» just ein paar Tage nach der Veröffentlichung dieses Sicherheitsberichts gestartet wurde.

Wir fragen uns darum:

Möchten eine grössere Anzahl Mitglieder des Polizeikorps...
- just zwei Tage nach dem Erscheinen des polizeilichen Sicherheitsberichts, der Handlungsbedarf bei der Reitschule ortet,
- zwar mit oranger «Sicherheits» (sic!)-weste, jedoch in «Vollmontur»,
- auf dem Vorplatz und der Schützenmatte positioniert... 

... eher präventive Sicherheit oder Provokation vermitteln?

Wir halten übrigens nichts davon, Feuerwehrleute anzugreifen. Wir mögen die Feuerwehr, wenn sie hilft, Brände zu löschen und waren auch schon auf ihre Hilfe angewiesen. 

Ganz grundsätzlich appelliert die Reitschule immer wieder an die Vernunft aller Akteure und forderten den Respekt gegenüber der körperlichen und physischen Integrität unserer Mitmenschen.

Peace & Love

 

 

12.09.2015