Aktuell

2.9.2018

Alle in den heutigen Medienmitteilungen erwähnten Fotos und Filme sind auf der Facebookseite der Reitschule zu finden: 

http://www.fb.com/reitschule

Weitere Berichte, Fotos oder Filme bitte per Mail an medien@reitschule.ch oder via die Facebook-Seite. Merci!

19.20h:

Der sinnloseste Grosseinsatz der letzten Jahre

Sehr geehrte Medienschaffende
Mit grösster Betroffenheit über die Bodenlosigkeit des gestrigen Einsatzes der Polizei im Perimeter Reitschule / Schützenmatte, sehe ich mich gezwungen, meine Sicht der Undinge mitzuteilen.

Zur Sachlage
Ab ca. 19.00 Uhr patrouillierten zwei Kantonspolizisten in Leuchtwesten während Stunden über die Schützenmatte. Hierfür gab es keinen ersichtlichen Grund.
Daraus folgten, logischerweise, erste Gespräche mit Gästen des NeustadtLabs und der Reitschule.
Potentiell unterprivilegierte Grüppchen verzogen sich, aus der Angst, personenkontrolliert zu werden, Richtung Innenhof und Durchgang der Reitschule.
Um etwas nach 23.00 Uhr rückte für die Polizei Verstärkung in Uniform und Zivil an. Auf Nachfrage bezüglich Intention des Aufmarsches antwortet die Polizei mit der Ansage, dass sich mehrere Personen einer Personenkontrolle entzogen hätten und man die Situation darum observieren müsse.

Mittlerweile ist Mitternacht. Die Stimmung langsam aber sicher gereizt, erste Auseinandersetzungen bahnen sich an – Machtgehabe und ein martialisch auftretendes Mob-Gren-Corps nach einigen Scharmützeln, erste Flaschen fliegen – Konsternation, Wut, Fragezeichen.
Der Rest ist eine wohlbekannte und immergleiche Geschichte: Gummischrot auf Kopfhöhe, Pfefferspray-Attacken nach Zufallsprinzip sichtlich überforderte Polizisten und Polizistinnen und übertrieben harte Verhaftungen. Kurz gesagt, das Eskalations-Einmaleins der Polizei, wenn sie sich zur Reitschule begibt.

Zur meiner Einschätzung
Die Polizei will die Schützenmatte ideell nicht der Reitschule überlassen, dass sie darum am NeustadtLab Präsenz markiert, hat sehr viel mit Aufwertung in ihrem ausgrenzenden Sinn zu tun. «Präventive Präsenz»: Das subjektive Sicherheitsgefühl ist im bürgerlichen Diskurs sehr nahe an die Sichtbarkeit einer Uniform gekoppelt. Der Selbstwert der Polizei generiert sich aus genau dieser repräsentativen Funktion.

In der Reitschule und auf dem Vorplatz ist manches anders, ob man das gut oder schlecht findet spielt keine Rolle, diesen Fakt gilt es zu akzeptieren. Polizei bedeutet hier immer Unruhe, bedeutet Gefahr, bedeutet Angst. Angst bedeutet das Gegenteil von dem was alle auf diesem Perimeter wollen. Verhältnismässigkeit, Stützpfeiler eines gangbaren Miteinanders, bedeutet dies zu berücksichtigen. Dass die Polizei bei schweren Delikten einschreiten muss, ist nachvollziehbar. Das wird seitens Reitschule berücksichtigt und auch so kommuniziert. Wir sprechen hier von Waffeneinsatz, schweren Übergriffen auf Körper und Würde – wir sprechen von Ausnahmefällen.
Gestern war kein Ausnahmefall, sondern Normalität mit allem was dazugehört auf dem Vorplatz.

Das seitens Polizei teilweise noch immer von «Deeskalation» die Rede ist, ist klingt in meinen Ohren wie blanker Hohn. Der komplette Einsatz gestern glich einem Domino, genau zu berechnen und genau vorherzusagen in seiner Dynamik. Vorprogrammierte, sehr teure Eskalation.

Der Grund: Die Polizei will um jeden Preis ihre Exekutivgewalt wahren, stur, stoisch und zu jedem Preis. Die Verhältnismässigkeit ist dabei höchstens noch per Fernglas auszumachen. Dass «ihre Arbeit» in «unserem» Perimeter nicht so wie sonst überall passieren kann, scheint die Polizei in ihrem Selbstverständnis dermassen zu unterminieren, dass es sie offensichtlich gar zum sinnlosesten Grosseinsatz der letzten Jahre provozierte.

Und übrigens: Ein Sechzigschaft lupenreiner Neo-Faschisten mit höchstem Gewaltpotenzial und instant belegten Übergriffen spazierte dafür vor zwei Wochen am helllichten Tag durch die Innenstadt und wurde von der Polizei durch unsere Quartiere eskortiert. Und trotzdem scheint sich die Polizei immer wieder zu fragen, warum niemand mit Blumen auf dem Vorplatz auf sie wartet – uns bleibt die Spucke weg.

Ein langjähriger Mitarbeiter der Reitschule, Sonntag, 2. September 2018.

 

17:49h:

Werte Medienschaffende

In unserer vorherigen Mitteilung berichteten wir darüber, wie in der gestrigen Nacht von der Kantonspolizei Gummigeschosse verschossen wurden, die mit Smileys und anderen Botschaften versehen wurden. Dies ist durch mehrere Augenzeugenberichte bestätigt.

In der Onlineausgabe des Blick erwiderte KaPo-Sprecherin Jolanda Egger darauf:
«Ein solches Vorgehen verstösst gegen unsere Richtlinien. Deshalb können wir uns nicht vorstellen, dass die Beamten so gehandelt haben.»

Wir sind befremdet von der Tatsache, dass die Kantonspolizei ein Fehlverhalten ihrer Polizist*innen kategorisch ausschliesst. Polizist*innen sind auch nur Menschen, und diese halten sich nicht immer an die Regeln.

Uns erreichte diverses Bild- und Videomaterial, das den gestrigen Einsatz dokumentiert. Darunter befinden sich zwei Beispiele (beide im Anhang) von direktem Regelverstoss durch die Kantonspolizei.
Das erste Beispiel ist ein Video, auf welchem ein Polizist sein Gummischrotgewehr auf Kopfhöhe in Richtung Reitschule abfeuert. Wegen der hohen Verletzungsgefahr bei Kopftreffern ist dies der Polizei eigentlich verboten.
Das zweite Beispiel ist ein Bild eines solchen Kopftreffers, das uns ein Gast zugesendet hat. Nach eigenen Angaben wurde er von über 10 Geschossen getroffen, wovon 2 seinen Kopf und 3 beinahe seinen Intimbereicht trafen. Einer dieser Kopftreffer hinterliess eine klar sichtbare Verletzung unweit des Auges.

Die Reitschule kritisiert dieses rechtswidrige Vorgehen der Kantonspolizei scharf. Durch Schüsse auf Kopfhöhe werden schwere Augenverletzungen, auch von Unbeteiligten in Kauf genommen. Dass die Polizei ein mögliches Fehlverhalten nicht einmal in Betracht zieht, geschweige denn untersuchen will, zeugt von einem eklatanten Mangel in der Kontrolle des Verhaltens einzelner Polizist*innen.

Wir fordern die Polizei auf, sich diesen Vorwürfen zu stellen.

Mit freundlichen Grüssen,
Mediengruppe Reitschule Bern

 

14:43h:

Sehr geehrte Medienschaffende

Die Reitschule Bern ist empört über den nächtlichen gewalttätigen Einsatz der Polizei. Wir verurteilen den unverhältnismässigen und gefährlichen Einsatz.

Gegenüber der Mediengruppe bestätigen Augenzeug*innen unabhängig voneinander, dass Anwesende die Polizei vor Mitternacht verbal bestimmt zum Gehen aufforderten. Binnen Minuten war die Kantonspolizei mit einem halben dutzend Kastenwagen und mindestens 30 Polizisten vor Ort. Die Polizei schoss Gummigeschosse auf Kopfhöhe ab. "Die schossen auf alles, was sich irgendwie bewegte", sagte ein schockierter Augenzeuge der Mediengruppe. Die Polizei eskalierte die Situation mit physischer Gewalt und verletzte dutzende Menschen. Es kamen Gummigeschosse, Pfefferspray und Tränengas zum Einsatz. Mindestens eine Person liegt noch im Spital: Gummigeschosse der Polizei trafen sie direkt in den Genitalbereich. Die Polizei verhaftete mehrere Besucher*innen.

Polizei: Verdacht auf geplante Eskalation
Pikanterweise fiel Besuchenden und Mitarbeitenden von Reitschule und NeustadtLab deutlich vor Mitternacht auf, dass in der Hodlerstrasse mehrere schwere Kastenwagen parkiert waren. Diese kommen normalerweise bei Grossveranstaltungen wie Demonstrationen zum Einsatz. Das legt den Verdacht nahe, dass die Polizei eine Intervention bei der Reitschule geplant hat und eine Eskalation provozieren wollte. Ein langjähriger Mitarbeiter der Reitschule, der den gesamten Abend vor Ort war, sagte: "Wenn es so etwas wie Drei-D-Politik* gibt, dann haben wir heute das Gegenteil erfahren. Mir fehlen die Worte für das Verhalten der Polizei." Sie finden seinen ausführlichen Bericht als Anhang dieser E-Mail.

Mit grosser Irritation nahmen wir ausserdem davon Kenntnis, dass die Kantonspolizei einige der eingesetzten Gummischrotgeschosse mit Smileys und anderen Beschriftungen versah. Gemäss bestätigten Augenzeugenberichten wurde das im Anhang abgebildete Geschoss in dieser Form von einem Polizisten / einer Polizistin abgefeuert. Die Polizei scheint sich über die Leute, auf die sie schiesst, lustig zu machen und untermauert damit den Verdacht einer geplanten Eskalation.

Die Reitschule ist um eine faktentreue Wiedergabe der gestrigen Ereignisse bemüht. Darum starteten wir über die sozialen Medien einen Aufruf, dass Betroffene ihre Video-Aufnahmen und Zeugenberichte einsenden. Wir werden so bald wie möglich weitere Informationen veröffentlichen.

Die Reitschule wünscht allen Verletzten gute Genesung und dankt den Mitarbeitenden der Reitschule Bern sowie des NeustadtLabs für die professionelle Arbeit und Erste-Hilfe-Leistungen. Der Betrieb konnte aufrecht erhalten, die Ruhe bewahrt werden.

Mediengruppe RSB

* Drei-D-Politik steht bei der Polizei für Dialog, Deeskalation und Durchgreifen.

 

 

 

16.11.2017

Reitschuleführung kurz & knapp mit Beat, unserem Burgwart ;))

https://www.youtube.com/watch?v=6D2vPPHM1yQ

Merci Ändu Berger!

 

24.10.2017

Das neue Reitschulebuch ist da: «30 JAHRE REITSCHULE BERN - BILDERBOGEN»

Mit Illustrationen und ausführlicher Chronologie.

ISBN 978-3-859-90328-9. Erhältlich in der Reitschule-Druckerei (Di-Fr Nami) per Mail an zukunft@reitschule.ch oder in jeder guten Buchhandlung.

Seit über dreissig Jahren, und ununterbrochen seit 1987, ist die Reitschule der Schandfleck von Bern. Geliebter, hartnäckiger Schandfleck von Bern – lässt sich weder schön-färben noch weg-putzen. 

Die Burg steht fester denn je in dieser Stadt, gestützt und getragen von Generationen von Menschen, quasi unsubventioniert, basisdemokratisch und betrieben mit viel Herzblut und noch mehr Solidarität.

Zum Jubiläum haben mehr als 30 Autor*innen und Gestalter*innen einen Blick zurück geworfen und einen Riesenbogen durch die Zeit geschlagen: einen Bilderbogen. Kleine und grosse, wichtige und marginale Ereignisse der letzten zehn Jahre sind zudem in der Chronologie festgehalten.

Fr. 30.00 / 50.00 (Solipreis) exkl. Versandkosten.

 

 

30.07.2017

 

Medienmitteilung No Borders, No Nations

Zirka 10'000 Menschen haben dieses Wochenende am Sommerfest der Reitschule ein Zeichen gegen Nationalismus gesetzt. 

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24.5.2017

Gestern Dienstag kommunizierte die Medienstelle der KaPo Bern ihre Sicht der Ereignisse des gestrigen Nachmittags. Diese führten zu einem zerbrochenen  Sicherheitsglas, einem aufgebrochenen Tor und somit mehreren tausend Franken Sachschaden. 

Die Reitschule stellt die nachweislich falsch vermittelte Tatsachen der Kantonspolizei richtig und kritisiert, dass die Polizei einmal mehr Politik gegen die Reitschule betreibt.

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23.05.2017

Medienmitteilung der Reitschule Bern

Unsinniger Polizeieinsatz

Heute Nachmittag ist während einer Drogenrazzia auf der Schützenmatte ein Zivilpolizist einer Person bis in die Toilette des Restaurants Sous Le Pont gefolgt. Die Mitarbeiter*innen des Sous Le Pont sahen lediglich zwei Personen stürmisch in die Reitschule rennen (keine davon als Polizist gekennzeichnet) und schlossen darauf das Grosse Tor. Der Zivilpolizist hielt auf der Toilette die Person fest und funkte seinen Kolleg*innen, die mittlerweile auf dem Vorplatz standen, dass bei ihm alles ruhig sei, er gab seinen Standort durch und sagte, dass er auf dem Weg nach draussen sei (Video dieser Szene).

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26.02.2017

Medienmitteilung der Reitschule Bern

Gestern Abend ist es, nachdem eine Demonstration für die geräumte Besetzung an der Effingerstrasse von einer massiven Polizeipräsenz verhindert wurde, rund um die Reitschule zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrant_innen und der Polizei gekommen. Einmal mehr wurde das Areal rund um die Reitschule zum Austragungsort gesellschaftlicher Konflikte. Seit jeher appelliert die Reitschule an die Vernunft aller Akteure und fordert den Respekt gegenüber der körperlichen und psychischen Integrität unserer Mitmenschen.

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15.11.2016

«Ich halte es mit Johnny Rotten: ‹Anger is an Energy›»

Sandro «Sandou» Wiedmer

1962 – 2016

Vor einer Woche bist du nicht mehr erwacht.

In tiefer Trauer nehmen wir von unserem Gefährten & Freund Abschied. Wir sind glücklich, Sandou in 30 Jahren gelebte Utopie Reitschule als klugen, querdenkenden, kreativen Menschen und als Weggenossen mit dabei gehabt zu haben.

Die öffentliche Abdankungsfeier findet am Montag 21.11.2016, um 14.30h in der Johanneskirche, Breitenrainstrasse 26, Bern statt.

Anschliessend treffen sich Familie, Freunde, Freundinnen, Reitschüler_innen und alle, die ihn gerne hatte, in der Reitschule zum gemeinsamen Essen, einem letzten Drink, zu Gesprächen und seiner Musik.

Von Anfang an bis 2016. Und für immer in unseren Herzen! Reitschule, Bern

Am Dienstagabend, 06.12.2016 spielen «Boris», eine von Sandous Lieblingsbands im Dachstock. Freunde & Freundinnen sind herzlich eingeladen auf ein Apéro um 18.00h und anschliessend typischen Sandou-Konzert.

Spenden bitte an das Kino der Reitschule: PC: 30-21288-3 

 

2.8.2016

Offener Brief vom 2. August an unsere Freundinnen und Freunde

DIE REITSCHULE ÖFFNET WIEDER - UND RUFT ZUM STADTRUNDGANG

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12.07.2016

 

 

Update zur temporären Schliessung:

 

Angesichts wilder Spekulationen verschiedener Medien sieht sich die Reitschule gezwungen zu bestätigen, dass es am Samstag, dem 9. Juli im Grossraum Schützenmatte zu einem sexuellen Übergriff kam – aus Rücksichtnahme auf die betroffene Person haben wir bisher darauf verzichtet, dies öffentlich zu machen. Des Weiteren wollen wir mit einer genaueren Erklärung den Entscheid zur Schliessung verständlich machen.

Nach Betriebsende am frühen vergangenen Samstag Morgen, machte ein Passant noch verbleibende Reitschüler_innen auf eine Person aufmerksam, welche im Grossraum Schützenmatte Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden war. Daraufhin organisierte sich das Sicherheitspersonal nach Schichtende erneut, suchte die Person auf und betreute sie. Unser Personal handelte sofort, leistete Erste Hilfe und informierte die Sanitätspolizei. Die nötigen Fachpersonen für die Betreuung der betroffenen Person sind involviert. Entgegen wilden Gerüchten, rät die Reitschule niemandem von einer Anzeige ab. Aus Respekt und Rücksichtnahme dem Opfer gegenüber wird sich die Reitschule nicht weiter zu diesem Vorfall äussern.

Dieser Vorfall und andere Ereignisse an diesem Abend, bei denen Personen zu Schaden kamen, haben für uns das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Reitschule verurteilt solche Vorfälle aufs Schärfste; sie widersprechen den Grundsätzen der Reitschule diametral. Um ein Zeichen dagegen zu setzen, haben wir die Tore vorläufig geschlossen. Wir nutzen die Zeit um zu überlegen wie wir mit diesen – uns von aussen auferlegten – Bedingungen umgehen wollen. Wann wir wieder öffnen ist Gegenstand von Diskussionen. Wir werden aber auch in der Zeit, in der die Reitschule geschlossen ist, präsent sein und den Vorplatz nicht sich selbst überlassen.
Für uns ist klar, dass Veränderungen her müssen. Was die Reitschule dazu beitragen kann, wird derzeit in den Strukturen diskutiert. Wir wollen an dieser Stelle nochmals betonen, dass die Situation vor unserem Haus eine gesellschaftlich Gemachte ist. Wir fordern die städtischen Behörden auf, ihre Drogen-, Nachtleben- und Jugendpolitik grundsätzlich zu überdenken und endlich Lösungen zu suchen, welche nicht daraus bestehen, sämtliche Probleme im öffentlichen Raum vor die Reitschule abzuschieben.

Freundliche Grüsse,
Mediengruppe Reitschule Bern

 

09.07.2016

 

Die Reitschule bleibt bis auf Weiteres geschlossen

 

Die Reitschule - 1987 definitiv besetzt und seither als alternatives Kultur- und Begegnungszentrum genutzt.
Ein Freiraum, für den wir mit unserem Manifest als Betreiber_innen der Reitschule Grundsätze festgelegt haben, die für uns unabdingbare Elemente eines solidarischen und emanzipierten Zusammensein sind:

  • kein Rassismus;
  • kein Sexismus;
  • keine physischen, psychischen oder sexuellen Übergriffe;
  • keine Homophobie;
  • keine Selbstbereicherung;
  • kein Konsumzwang;
  • wir versuchen Konflikte gewaltfrei zu lösen;
  • wir verhalten uns respektvoll miteinander und gegenüber der Infrastruktur.

Der Vorplatz hat sich in den letzten Jahren, nicht zu letzt als Konsequenz der verfehlten Jugend-, Nachtleben-, Sicherheits-, Drogen- und Asylpolitik der Stadt Bern, des Kantons und des Bundes, zum Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Probleme entwickelt, die ausserhalb des Einflussbereichs der Reitschule liegen. Abend für Abend, Wochenende für Wochenende treffen auf dem Vorplatz verschiedenste Menschen und Interessen aufeinander. Der Reitschule wird damit eine Verantwortung übergestülpt, die wir weder tragen können noch wollen. Deshalb sagen wir "Stopp". Für uns ist die heutige Situation untragbar und wir haben keine Lust mehr darauf, Freiraum zu sein, dem nicht Sorge getragen wird.
Aus diesem Grund bleibt die Reitschule bis auf Weiteres geschlossen!

 

16.06.2016

Reitschule Sommerfest 2016 

 

--> www.nbnn.ch

Die Reitschule veranstaltet am 29. und 30. Juli  2016 zum dritten Mal das Reitschule-Sommerfest unter dem Motto „No Borders, No Nations“. 

Der Name ist nicht zufällig gewählt. 
Während sich Herr und Frau Schweizer auf den Nationalfeiertag vorbereiten, sind wir die Gegenstimme und wollen zum Nachdenken anregen. 
Wir wollen keine Grenzen und keine Zäune, keine Nationen und kein Abschieben von Menschen. 
Das Sommerfest steht für Vielfalt und ein alternatives Denken und Leben! 

An beiden Tagen geht ein abwechslungsreiches Programm über die Bühne. 
Freitags wird nicht nur Tommy Vercettis Rosario-Plattentaufe nachgeholt, sondern auch mit Louise Distras, The Cambodian Space Project und Ann Jangle durch den Abend gefeiert. Doch damit nicht genug, Pablo Nouvelle und Feine Sahne Fischfilet werden viele Musikherzen höher schlagen lassen. 

Am Samstag geht es weiter mit Sergent Papou, RedSka, The Shit und Nasty Rumours. Ganz besonders freuen wir uns an diesem Abend auf die Terrorgruppe und Atari Teenage Riot! 

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalismus ist uns wichtig. Deshalb finden am frühen Freitagabend und am Samstag Nachmittag Vorträge statt. 
An beiden Tagen bieten wir die Möglichkeit, die Reitschule durch eine Führung kennenzulernen. 

Wir veranstalten ein unkommerzielles Fest ohne Konsumzwang, Zäune und Eintritt. Wir haben keine Sponsoren oder Gönner, dafür hunderte Helfer*innen, die ohne Lohn für das Fest arbeiten. 
Um die Kosten zu decken, werden Solibändeli verkauft. 

Die Reitschule bietet mehr! 

Trailer 2016: 
https://www.youtube.com/watch?v=_3ZrUozcBJ8 

Aftermovie 2015: 
https://www.youtube.com/watch?v=mrB6rzAUcE4

 

07.03.2016

Liebe Menschen

Über das Wochenende nachdenken? Ist eindeutig fällig. Auch ein paar neue und alte Diskussionen führen. Über Sinn und Zweck von Strassenkämpfen rund um die Reitschule - die werden mit Sicherheit folgen.

Wir als Reitschüler_innen müssen uns kritische Fragen bezüglich unserem Konzept gefallen lassen, genauso wie die Strassenkämpfer_innen. Welches Ziel sollte mit diesen Ausschreitungen erreicht werden? Wem haben sie genützt? Wem geschadet? Was wurde vermittelt? Was sind die Folgen?

Wir möchten heute einfach mal festhalten, dass ein Provokationsschema nicht durchsichtiger hätte sein können:

Zuerst veröffentlicht die Kapo einen Bericht und hält unter vielem anderen fest, dass die Situation rund um die Reitschule problematisch sei.

Die Medien springen v.a. auf den Teil des Berichtes auf, den die Reitschule betrifft.

Die Reitschule reagiert und legt ihre Sicht der Dinge dar - dass es zwar vermehrt Vorfälle und Diebstähle gegeben habe, die Reitschule schon selber mit vermehrter Präsenz reagiert habe. Dass das Ausmass jedoch kein "nie dagewesenes" sei, sondern dass es diesbezüglich halt Schwankungen gebe.

Medienberichte in Bund, BZ erscheinen, die die Situation dramatisieren.

Darauf «reagiert» die Polizei: Am Freitagabend wird ein so genanntes Präventionsteam vorbeigeschickt - und zwar ein grosses und dieses in Vollmontur. Damit auch allen klar ist, wer das Gewaltmonopol hat. Speziell interessant ausserdem, dass nicht wenige des so genannten Präventionsteams sonst bei der Sondereinheit Krokus arbeiten - und Reitschüler_innen deshalb leider bestens bekannt sind.

Was provoziert werden soll, ahnt man in der Reitschule sofort, deshalb ruft man die Besucherinnen auf, ins Innere zu kommen und sich nicht provozieren zu lassen. Als trotzdem kleinere Aufmärsche stattfanden, wurden diese umgehend gewaltsam aufgelöst.

Die Gegenreaktion junger Revolutionär_innen lässt nicht lange auf sich warten...

Samstag Abend - … et voila: 100 Punkte - alle spielen das Spiel mit.

Auch die Verlautbarungen der Reitschulgegener_innen durften nicht fehlen. Sie folgen wie bestellt, etwa die Forderungen des Verband Schweizerischer Polizei-Beamter, die denen der Jungen SVP genau entsprechen...

Ist das alles jetzt wirklich Prävention gegen Drogendeal und Taschendiebstahl?

Leider spielt es gar keine Rolle, was die Reitschule-Betreiber_innen finden, wann die Polizei geschickterweise NICHT dort auftreten sollte, um einen möglichst angenehmen Ablauf des Abends auf dem Vorplatz zu erreichen.

Möglicherweise KANN die Polizeiführung gar nicht verstehen, wieso eine derartige (bewaffnete) Polizeipräsenz von vielen Menschen - gerade bei der Reitschule - als schlichte Provokation angesehen wird, weil sie ein kurzes Gedächtnis hat und weil sie die Geschichte der Reitschule nicht versteht.

Möglicherweise WILL die Polizeiführung aber auch gar nicht, dass ein Abend in der Reitschule angenehm und friedlich verläuft.

Wir wissen nicht, welcher der Ansätze eher stimmt, aber hinter allen wieder alles sauber aufwischen, das geht schon.

Besucht uns, wir sind immer da.

Kultur- und Begegnungszentrum

Reitschule Bern

Mediengruppe

 

12.09.2015

NO DEAL AREA ≠ POLICE REPRESSION AREA

Die Reitschule hat ein Problem mit dem Drogendeal, aber auch den daraus resultierenden menschenverachtenden, aggressiven Razzien der Polizei auf der Schützenmatte. Die Medienmitteilung zum Aktionstag vom 12.9.2105.

 

4.9.2015

Die Überraschung: ERICH HESS ist gegen die Reitschule.

Seit heute sammelt die JSVP Unterschriften für eine weitere Initiative gegen die Reitschule, diesmal auf kantonaler Ebene, wo er sich mehr Erfolg verspricht als in der Stadt. Bernischen Gemeinden sollen massiv kantonale (Ausgleichs-)Beiträge gekürzt werden, wenn sich auf ihrem Gebiet Einrichtungen befinden, «von denen notorisch konkrete Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen». 

Unsere Medienmitteilung hatten wir noch vor der Medienkonferenz veröffentlicht.

#RefugeesWelcome

PS: Der Song von Churchhill aus der Abstimmungskampagne 2010 passt wieder wunderbar (Danke Churchhil!!!): Stress mit Hess

 

23. Mai 2015

REITSCHULE SOMMERFEST 2015

Nach dem letztjährigen Openair - einem Fest, wie es Bern noch selten gesehen hat - veranstaltet die Reitschule am 31.07.2015 & 01.08.2015 zum zweiten Mal das Reitschule-Sommerfest. Unter dem Motto „No Borders, No Nations“, wagen wir uns nochmals auf die Schützenmatte.

In Zeiten, in denen man täglich in der Zeitung lesen muss, dass wieder Flüchtlinge im Mittelmeer zu hunderten ertrinken, in verschiedenen Regionen Menschen für die Nation ihr Leben lassen und in ganz Europa rassistische Gruppierungen und Parteien im Aufschwung sind, wollen wir ein klares Zeichen setzen. Das Fest richtet sich gegen Nationalismus und Grenzen. Es steht für Vielfalt und ein alternatives Denken und Leben! Nicht zufällig veranstaltet die Reitschule das Openair am Wochenende des Schweizer Nationalfeiertags.

An beiden Tagen geht ein abwechslungsreiches Programm über die Bühne. Der Freitag steht ganz im Zeichen des Berner Hip Hop – mit bekanntem Special Guest. Anschliessend sorgen Techno- und House-DJs für tanzende Beine.

Der Samstag wir rockig und punkig. Wir freuen uns besonders auf Irie Révoltés (DE), War on Woman (USA) und viele weitere.

Damit nicht genug: An beiden Tagen bieten wir die Möglichkeit, die Reitschule auf einer Führung kennenzulernen. Am Samstagnachmittag gibt es auf dem Vorplatz einen gemütlichen Biergarten, begleitet von Singer-Songwriters. Für lustige Einstimmung auf die Nächte sorgen Konny und Yok.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Nationalismus ist uns wichtig. Deshalb finden an den Nachmittagen Vorträge statt.

Wir veranstalten ein unkommerzielles Fest ohne Konsumzwang, Zäune und Eintritt. Wir bieten ein breites Getränke- & Essensangebot. 

Um die Kosten zu decken, werden Solibändeli verkauft.

Die Reitschule bietet mehr! Wir machen was draus.

 

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9. Mai 2015

DAS TOR IST HEUTE ZU. UNS REICHTS!

Uns ist bewusst, dass die ökonomische Situation der Strassenhändler, sowie die staatliche Prohibition und die seit Jahrzehnten nutzlose Repressions- und Vertreibungspolitik gegen die kleinen Fische des Drogenhandels für das «Drogenproblem» vor der Reitschule verantwortlich sind. Der Deal mit den Drogen beschert uns ein Konsumrauschpublikum und bringt Gewalt ins Haus. Hinter dem Drogenhandel stecken mafiöse und menschenverachtende Strukturen, die unter anderem mit dem weltweiten Menschen- und Waffenhandel verstrickt sind. Dennoch, wir wollen ein Polit-, Begegnungs- und Kulturzentrum sein und nicht ein stadtbekannter Drogenumschlagplatz. Wir wollen keinen Deal und keinen Konsum von harten Drogen in und um die Reitschule. Die aktuelle Situation auf dem Vorplatz ist für uns nicht länger tragbar. Als Besucherin und Besucher trägst Du wesentlich zum Klima auf dem Vorplatz und in den Räumen der Reitschule bei. Mit deinem Besuch zeigst du uns, dass der Vorplatz und die Veranstaltungen der Reitschule einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Nachtleben und den Freiräumen in der Stadt Bern liefern. Damit dies auch in Zukunft so bleiben kann, sind wir darauf angewiesen, dass du dir der Grundgedanken, die hinter der Reitschule stehen, bewusst bist. Wir erwarten von dir, dass du dich zum Manifest der Reitschule bekennst:

Wir wollen dir mit der Kampagne «No Deal Area» vor Augen führen, dass es so nicht weiter gehen darf. Freiraum bedeutet, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

KEIN SEXISMUS, KEIN RASSISMUS, KEINE HOMOPHOBIE, KEINE ÜBERGRIFFE UND KEINE SELBSTBEREICHERUNG - DAS BEDEUTET AUCH KEIN DEAL UND KEIN KONSUM VON HARTEN DROGEN.

DIE REITSCHULE BIETET MEHR. MACH WAS DRAUS!

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Oktober 2014

Reitschulfest 2014 vom 24. & 25. Oktober

Früher «Baufest» genannt, ist dieses grosse Fest seit 27 Jahren eine feste Grösse im Jahreskreis und Feiertagskalender der Stadt. Während sonst die einzelnen Räume und der Vorplatz der Reitschule bei über 500 Veranstaltungen im Jahr mehr als 100'000 BesucherInnen empfangen, lädt an diesem Wochende die gesamte Reitschule gemeinsam ein zu einem zweitägigen Fest. Es lockt ein vielseitiges und attraktives Programm für jeden Geschmack, das neben Konzerten und Partys auch Film, Theater, Druckworkshops und ein kontemplatives Teestübli bietet. Für Kritiker_innen, Fans, Besserwisser_innen, Skeptiker_innen, Freund_innen, Vorverurteiler_innen, Unentschlossene und Unterstützer_innen bietet sich für ein Wochenende die konzentrierte Gelegenheit die Reitschule in ihrer Vielfalt und Reichhaltigkeit zu erleben, mit ihr zu feiern und auf ein weiteres Jahr anzustossen. Gesundheit! Auf ein langes Leben!


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August 2014

«NO BORDERS, NO NATIONS» - Openair vor dem Haus

grossartig wars!

Hier ein paar Eindrücke.

 

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August 2013:

«Do nimm», raunt der junge Mann im Vorbeigehen und drückt mir seine halb ausgetrunkene Bierflasche in die Hand. Später Samstagabend vor der Berner Reitschule. Ich schmunzle, nehme einen grossen Schluck und fühle mich nur noch halb so fremd. ...

Wie es dem neuen Vorsteher des kantonalen Amts für Kultur bei seinem ersten Besuch in der Reitschule weiter ergangen ist, lesen Sie in seinem Newsletter.

Programm

Mi. 24.10. 18:30SousLePontPILZSPEZ
Mi. 24.10. 20:00RössliTHE BREW. Style: Britrock
Mi. 24.10. 20:30Tojo Theater«Tante Leguan» Feel-Bad-Book Buchtaufe von Matto Kämpf. Mit viel Musik und viel Alkohol schleppen sich drei Kulturjournalist*innen durch den Alltag in einer drögen Kulturredaktion...
Do. 25.10. 20:30Tojo Theater«Tante Leguan» Feel-Bad-Book Buchtaufe von Matto Kämpf. Mit viel Musik und viel Alkohol schleppen sich drei Kulturjournalist*innen durch den Alltag in einer drögen Kulturredaktion...
Do. 25.10. 21:30CafeteNASTY BITES: INVOKER & IMPERIO. Invoker (LU), Imperio (LU). Style: Hardcore, Post Metal.
Do. 25.10. 23:45CafeteTANZBÄR. DJ Scheidi (KarTONauten), djgelber (playbox). Style: Deephouse, Techhouse, Techno.
Fr. 26.10. 00:00ReithalleREITSCHULEFEST: 31 Jahre Reitschule Bern
Fr. 26.10. 00:00Grosse HalleReitschulefest 2018 & 16. shnit Worldwide Shortfilmfestival
Fr. 26.10. 21:30Tojo TheaterReitschulefest 2018: Im Rahmen des Reitschulfests: «Für d’Revolution isches wichtig, dass me schön cha singe!» Von Trade Sachs. Musikalischer Widerstand von Generalstreik 2018 bis G20. Aus dem Weg, Kapitalist*innen, die letzte Schlacht gewinnen wir!
Fr. 26.10. 21:30CafeteReitschulefest 2018: 100 BLUMEN + RAPTUS DI FOLLIA. 100 Blumen (GER), Raptus di Follia (CH). Style: Elektro Punk`n`Bass, Hardcore Punk.
Fr. 26.10. 22:00FrauenraumReitschulfest 2018: CELL7; KT GORIQUE. Support: DJ Scarlett
Fr. 26.10. 22:00DachstockReitschulefest 2018: NATTALI RIZE
Fr. 26.10. 23:59CafeteReitschulefest 2018: BASS D`ART. Lewin, Mui Renshu. Style: Techno, Tech House, Underground Techno.
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